Adoptieren, nicht kaufen!

Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit werden wieder viele Tiere unter dem Weihnachtsbaum landen…und ein paar Wochen oder Monate später dann im Tierheim (bestenfalls) oder wie in Spanien und osteuropäischen Ländern üblich in den Tötungsstationen…Der nachfolgende Text bricht mir immer wieder das Herz..

Brief eines Arbeitnehmer aus einer Perrera

Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer Perrera, werde ich was mit Euch teilen … ein Blick von “innen”, wenn Ihr mir erlaubt.

Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt. Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn er nicht mehr ein süßes Hundebaby ist.

Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass  eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie wieder aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50% der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rumlaufen sind reinrassige Tiere.

 

Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:

“Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht mitnehmen.” Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?

“Der Hund wurde größer, als wir dachten.” Und was dachten Sie denn wie groß ein deutscher Schäferhund wird????”

Ich habe keine Zeit mehr für das Tier”.
Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.

“Er zerstört meinen ganzen Garten ” Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?

Dann sagen sie immer: “Wir wollen nicht nerven und darauf beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“ Das Traurige daran ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger ist?

Nun, lass es mich Dir mal erklären:

Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.

Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.

Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.

Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwingertür geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.

Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse (Pit Bull, Dogge …) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt, in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht angenommen. Egal wie “süß” oder wie “trainiert” er ist.

Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.

Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist, kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.

Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht verträgt.

Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in Höhe von 150,– € zu bezahlen.

Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:

Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.

Bis wir in “den Raum” kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.

Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer “pinken Substanz” injiziert. Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.

Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen, richtig?

Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.

Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.

Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen. Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.

Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.

Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: “Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren”. Dann hätte sich alles gelohnt.

Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.

Jazz M. Onster.

 

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13 thoughts on “Adoptieren, nicht kaufen!

    • Genau weil es so erschütternd ist, habe ich den Brief hier noch mal gepostet. Die Menschen müssen endlich aufwachen und etwas ändern. Hier im Dorf konnte ich immerhin schon eine Dame überzeugen ihren Rüden endlich kastrieren zu lassen…

      Liebe Grüße

  1. Und genau das ist der Grund, weshalb ich immer wieder Spanier nehme. Solange dies in anderen Ländern und sogar in der EU noch gang und gäbe ist, werde ich immer wieder einem dieser armen Hunde dort raushelfen! Auch wenn ich mir hier in unserem Land dafür viele doofe Sprüche von vielen klugen Leuten anhören darf.

    Ich finde es wirklich toll, dass Du dieses Thema angesprochen hast!
    Danke, Wölkchen! 😀

    Knuddel ♥
    Susanne

    • Das Thema ist ja immer (leider) aktuell, aber gerade vor der Weihnachtszeit wollte ich es noch mal ansprechen. Jedes Jahr erwartet so viele Tiere das gleiche traurige Schicksal.

      Auch ich würde immer wieder Spanier etc. aufnehmen. Man kann nicht alle retten, aber für dieses eine Tier bedeutet es die Welt, endlich ein Leben – ohne Schläge, Tierheimstress und Angst…

      Knuddel ♥

  2. Reblogged this on Hilfe für Miranda and commented:
    Ich habe diesen Artikel von Wolkes Blog rebloggt, da ich das Thema für sehr wichtig halte. Viele Menschen wissen nicht, was mit den Hunden in den Perreras geschieht. Diese Dinge geschehen jeden Tag, tausende Mal in der EU! Wo alles geregelt ist, von der Größe einer Salatgurke bis zur Krümmung einer Banane die in die Läden kommt. Nur mit lebenen Wesen wird weiterhin so abartig umgegangen… Wer das gelesen hat, kann nicht mehr sagen: “Das wusste ich aber nicht.”

  3. Ich sitze in der S-Bahn und habe Tränen in den Augen. Humanität sollte auch vor Tieren nicht Halt machen. Man muss unbedingt unbequem bleiben und die Leute immer und immer wieder konfrontieren. Solche Themen gehören in die Mitte der Gesellschaft, dort liegen schließlich auch die Ursachen. Lg Cali

    • Da kann ich mich Dir nur anschließen. Was die Humanität angeht so kann ich für mich nur sagen, entweder man hat ein Herz für Mensch & für Tiere oder man hat gar keins…Ich versuche zu helfen wo ich kann und bin froh, dass unser kleiner Spanier raus ist aus Spanien und hoffentlich ein langes, glückliches Leben bei uns haben wird. Liebe Grüße

  4. Pingback: Nikolauswunsch (mancher) Tiere… « regenbogenlichter

    • Danke für Deinen Kommentar. Es ist einfach nur schrecklich, wenn man sich das Leid der Tiere dort vor Augen hält. Nur mit viel Aufklärungsarbeit, Kastrationen und Unterstützung vor Ort wird sich dauerhaft etwas ändern..

      Liebe Grüße und einen Knuddler für die Zwergdackel 🙂

  5. Pingback: Märchenhaftes zum Wochenende… | regenbogenlichter

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